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Gebäudeversicherung in der Steuererklärung angeben

Die Gebäudeversicherung in der Steuererklärung angeben – geht das? Welche Regelungen gibt es und in welchen Fällen gelten Ausnahmeregelungen? Lesen Sie mehr dazu in diesem Beitrag.

Gebäudeversicherung Steuer

Was gilt bei der Gebäudeversicherung in der Steuererklärung?

Grundsätzlich ist im deutschen Steuerrecht ein steuermindernder Ansatz von Versicherungskosten nur bei personenbezogenen Versicherungen vorgesehen. Dabei handelt es sich um Versicherungen, die die finanziellen Folgen im Zusammenhang mit persönlichen Risiken (Krankheit, Pflege, Berufsunfähigkeit, Unfall, Alter, Haftpflicht usw.) auffangen. Die Beiträge für entsprechende Versicherungen können nach bestimmten Regeln als Sonderausgaben, hier insbesondere als Vorsorgeaufwendungen, geltend gemacht werden.

Beachten Sie!

Abgesehen von Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie von Beiträgen zu bestimmten Versicherungen für die Altersvorsorge werden Versicherungsbeiträge als sonstige Vorsorgeaufwendungen nur bis 1.900 Euro pro Jahr (2.800 Euro bei Selbständigen) steuerlich anerkannt.

Bei Sachversicherungen – Versicherungen, die Schäden an Besitz und Eigentum abdecken – ist dagegen ein steuerlicher Ansatz in der Regel nicht möglich. Das gilt auch für die Gebäudeversicherung, die eine typische Sachversicherung ist.

Von diesem Prinzip wird nur abgewichen, wenn eine Immobilie auch dazu genutzt wird, um steuerpflichtige Einkünfte zu erzielen. Die Kosten einer Gebäudeversicherung können dann dem Einkunftserzielungs-Zweck entsprechend anteilig als Werbungskosten angesetzt werden. Das gilt aber nur insoweit, als es sich um eine echte Kostenbelastung handelt und die Versicherungsbeiträge nicht anderweitig weiterbelastet werden können.

Steuererklärung bei selbst genutztem Wohneigentum

Wenn Sie eine Immobilie besitzen und diese ausschließlich selbst bewohnen, kommt der Ansatz der Gebäudeversicherung in der Steuererklärung daher normalerweise nicht in Betracht. Das ergibt sich aus den zuvor dargestellten steuerlichen Regelungen für Versicherungen. Von dieser Regel gibt es nur eine Ausnahme – nämlich dann, wenn Sie steuerlich die Kosten für ein Arbeitszimmer geltend machen können.

Arbeitszimmer steuerlich geltend machen

Die Kosten für ein Arbeitszimmer können Arbeitnehmer in der Steuererklärung ansetzen, wenn Ihnen kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht (das ist zum Beispiel bei Lehrern oder Außendienstmitarbeitern häufig gegeben) bzw. wenn der Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit zu Hause liegt (Home-Office). Im ersten Fall ist die Absetzungsmöglichkeit auf 1.250 Euro im Jahr begrenzt, im zweiten dagegen theoretisch unbeschränkt. Damit das Arbeitszimmer steuerlich anerkannt wird, sind einige Voraussetzungen zu erfüllen: es muss sich um einen klar abgegrenzten Raum handeln – Arbeitsecke genügt nicht -, der sich für die berufliche Nutzung eignet und auch tatsächlich ganz überwiegend dafür genutzt wird.

Bei den Kosten sind grundsätzlich alle Posten absetzbar, die unmittelbar mit dem Arbeitszimmer zusammenhängen, aber auch solche, die das Gebäude insgesamt betreffen – hier allerdings nur mit dem für das Arbeitszimmer geltenden Anteil. Letzteres gilt auch für Kosten einer Gebäudeversicherung. Der Anteil wird über die Quadratmeterzahl berechnet. Bei einer Wohnfläche von 200 Quadratmetern und einem Arbeitszimmer mit 20 Quadratmetern beträgt der Anteil 10 Prozent. Bei einer Versicherungsprämie von 350 Euro p.a. für die Gebäudeversicherung könnten dann 35 Euro geltend gemacht werden. Bei Arbeitnehmern sind die Kosten des Arbeitszimmers Werbungskosten im Rahmen ihrer Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit.

Tipp: Gebäudeversicherung mit Hausrat verbinden

Wenn Sie eine Hausratversicherung besitzen, können Sie deren Kosten ebenfalls anteilig bei Ihrem Arbeitszimmer geltend machen. Häufig ist die Gebäudeversicherung mit einer Hausratversicherung verbunden. Die Beiträge müssen dann nicht extra „aufgesplittet“ werden.

Steuererklärung bei Immobilienvermietung

Die grundsätzliche Nicht-Absetzbarkeit der Gebäudeversicherung in der Steuererklärung gilt auch bei der Vermietung von Immobilien. Zwar erzielt ein Vermieter mit der Vermietung des Objektes steuerpflichtige Einkünfte, er hat aber die Möglichkeit, die Kosten der Gebäudeversicherung seinen Mietern weiterzubelasten.

Dieses sieht die Betriebskostenverordnung (§ 2 Nr. 13 BetrKV) als Rechtsgrundlage ausdrücklich so vor. Die Mieter zahlen dann die Gebäudeversicherung im Rahmen der Nebenkosten. Durch die Weiterbelastung entstehen dem Vermieter aus der Gebäudeversicherung keine Kosten. Dementsprechend scheidet ein steuerlicher Ansatz aus.

Auch der Mieter kann die Kosten der Gebäudeversicherung, die bei ihm in der Betriebskostenabrechnung erscheinen, im Normalfall nicht geltend machen. Eine Ausnahme gilt hier wiederum, wenn die Kosten für ein Arbeitszimmer ansetzbar sind. Hier können die Kosten der Gebäudeversicherung über den anteiligen Ansatz der Betriebskosten für das Arbeitszimmer in die Steuererklärung einfließen. Dafür gelten im Prinzip die gleichen Regeln wie beim Arbeitszimmer-Ansatz im Rahmen von selbst genutztem Wohneigentum.

Freiberufler und Selbständige

Bei Freiberuflern und Selbständigen befinden sich Arbeitsräume und Wohnräume oft im gleichen Objekt. Hier ist es selbstverständlich möglich, die Kosten für die Gebäudeversicherung, die anteilig auf die Arbeitsräume anfallen, steuerlich als Werbungskosten geltend zu machen. Dieses geschieht nach den gleichen Grundsätzen wie beim häuslichen Arbeitszimmer von Arbeitnehmern. Der Ansatz erfolgt hier im Rahmen der Erzielung von Einkünften aus selbständiger Tätigkeit. Die Prämien der Gebäudeversicherung erscheinen dann entsprechend anteilig als Ausgaben in einer Einnahmen-Ausgaben-Überschussrechnung oder als Betriebsausgaben im Rahmen der Gewinn- und Verlustrechnung.

Hinweis für Gewerbetreibende

Bei Gebäuden, die komplett für eigene gewerbliche oder freiberufliche Zwecke genutzt werden, kann die Gebäudeversicherung selbstverständlich in voller Höhe steuerlich geltend gemacht werden!

Wie sieht es bei anderen gebäudebezogenen Versicherungen aus?

Neben der „reinen“ Gebäudeversicherung gibt es einige weitere „gebäudebezogene“ Versicherungen im Zusammenhang mit Immobilieneigentum, bei denen sich die Frage der Berücksichtigungs-Fähigkeit in der Steuererklärung stellt:

  • Bauherren-Haftpflichtversicherung: Die Bauherren-Haftpflichtversicherung versichert Haftungsrisiken von Bauherren. Sie ist als personenbezogene Versicherung in der Steuererklärung ansetzbar.
  • Bauleistungsversicherung: Die Bauleistungsversicherung schützt Bauherren vor Schäden am Objekt oder an der Baustelle während der Bauphase. Die Kosten dafür sind nur bei geplanten Mietobjekten steuerlich absetzbar, bei selbst genutztem Wohneigentum dagegen nicht.
  • Feuerrohbau-Versicherung: Die Feuerrohbau-Versicherung bietet Versicherungsschutz bei Schäden am Rohbau durch Brand, Blitzschlag und Explosion. In der Regel wird die Versicherung im Zusammenhang mit einer späteren Gebäudeversicherung abgeschlossen und ist dann kostenlos. Die Frage des steuerlichen Ansatzes stellt sich daher nicht.
  • Bauhelfer-/Bauunfallversicherung: Eine Bauhelfer- oder Bauunfallversicherung sichert Angehörige oder Dritte, die beim Bau mithelfen, finanziell gegen Unfallfolgen im Rahmen der Helfertätigkeit ab. Die Kosten für die Versicherung können in der Steuererklärung angesetzt werden.
  • Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht-Versicherung: Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht-Versicherung schützt vor Haftpflichtrisiken als Vermieter oder Grundstückseigentümer. Bei Vermietung können die Kosten auf die Mieter umgelegt werden, so dass ein steuerlicher Ansatz ausscheidet. Grundstückseigentümer können die Versicherung steuerlich geltend machen.

Warum sich eine Gebäudeversicherung trotzdem lohnt

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Möglichkeiten, die Kosten einer Gebäudeversicherung in der Steuererklärung geltend zu machen, begrenzt sind. Selbst wenn das der Fall ist, dürfte sich der Entlastungs-Effekt in Grenzen halten. Er macht in der Regel nur einen Bruchteil der tatsächlichen Versicherungskosten aus. Dennoch sollte jeder Immobilien-Eigentümer über eine Gebäudeversicherung verfügen. Rund 70.000 Versicherungsschäden in 2016 mit Versicherungsleistungen in Höhe von 420 Millionen Euro beweisen, dass Schadensereignisse nicht so unwahrscheinlich sind wie manchmal vermutet wird. Im Falle des Falles bietet die Gebäudeversicherung einen wirksamen Schutz.

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