Gebäudeversicherung Test
direkt Tarife vergleichen
MENUMENU

Gebäudeversicherung Mieter

Für den Abschluss einer Wohngebäudeversicherung ist der Eigentümer einer Immobilie verantwortlich. Um diese Art der Gebäudeversicherung muss der Mieter sich also nicht selbst kümmern. Lesen Sie in diesem Beitrag, welche Versicherungslösungen für Mieter infrage kommen.

Können Mieter eine Wohngebäudeversicherung abschließen?

Der Oberbegriff Gebäudeversicherung umfasst mehrere Versicherungen zum Schutz von Immobilien. Die bekannteste ist wohl die Wohngebäudeversicherung. Diese wird vom Eigentümer eines Hauses oder einer Wohnung abgeschlossen und versichert Gefahren wie Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel.

Häufig möchten Mieter wissen, ob sie selbst eine Wohngebäudeversicherung abschließen können, etwa für den Fall, dass der Vermieter keinen derartigen Versicherungsschutz vereinbart hat. Das ist jedoch nicht möglich. Eigentum ist eine direkte Voraussetzung für den Abschluss der Gebäudeversicherung. Wer lediglich zur Miete wohnt, kann eine derartige Police nicht abschließen. Besteht ein Haus aus mehreren Eigentumswohnungen, müssen sich alle Wohnungsinhaber als Eigentümerversammlung um den Abschluss einer Wohngebäudeversicherung kümmern.

Gebäudeversicherung für Mieter

Die Wohngebäudeversicherung schützt auch den Mieter

Der Vermieter kann die Beiträge für die Gebäudeversicherung in der Betriebskostenabrechnung anteilig auf die Mieter umlegen. Für die Mieter hat das entscheidende Vorteile: Kommt der Mieter für die Versicherungskosten auf, soll er auch vom Versicherungsschutz profitieren. So hat es die deutsche Rechtsprechung entschieden. Das heißt, die Gebäudeversicherung zahlt auch bei Schäden, die der Mieter verursacht hat und für die er eigentlich in der Haftung wäre. Im Schadensfall tritt der sogenannte Regressverzicht in Kraft. Der versicherte Vermieter verzichtet auf seinen Anspruch, den Regress, gegenüber dem Mieter, und tritt diesen an seine Versicherung ab. (Lesen Sie auch den Beitrag zu den Gebäudeversicherung-Leistungen.)

Welche Kosten darf der Vermieter umlegen?

Welche Versicherungskosten der Vermieter auf den Mieter umlegen darf, regelt die Betriebskostenverordnung (BetrKV). In § 2 Nr. 13 BetrKV sind die Kosten der betreffenden Sach- und Haftpflichtversicherungen aufgelistet. Umgelegt werden dürfen:

  • die Kosten der Gebäudeversicherung gegen Feuer, Sturm, Wasser und sonstige Elementarschäden
  • die Kosten der Glasversicherung
  • die Kosten für die Versicherung des Aufzugs und des Öltanks, sofern vorhanden

Die Umlage darf dabei nicht gegen das Wirtschaftlichkeitsgebot verstoßen. Der Vermieter darf dementsprechend nur Nebenkosten erheben, die notwendig und angemessen sind. Zudem muss der Mieter im Mietvertrag auf die Umlage hingewiesen werden. Fehlt der Hinweis, muss der Mieter die Beiträge zur Versicherung nicht anteilig zahlen. Der Vermieter darf eine derartige Klausel auch nicht nachträglich ohne Zustimmung des Mieters in den Mietvertrag aufnehmen.

Welche Gebäudeversicherungen sollten Mieter abschließen?

In der Wohngebäudeversicherung sind alle fest zur Immobilie gehörenden Einrichtungen abgesichert. Der Versicherungsschutz umfasst allerdings nicht die persönliche Habe des Mieters. Schon aus diesem Grund ist eine weitere Gebäudeversicherung für Mieter ratsam. Sinnvoll ist zudem eine Rechtsschutzversicherung, die auch Mietrecht mit einschließt.

Um gut abgesichert zu sein, sollten Mieter die folgenden Versicherungen abschließen:

  • Hausratversicherung
  • Mietrechtsschutzversicherung
  • private Haftpflichtversicherung

Die Hausratversicherung

Die Hausratversicherung schützt Bewohner eines Hauses oder einer Wohnung vor dem Verlust und der Beschädigung ihres Eigentums. Zum Hausrat zählen dabei alle losen Einrichtungsgegenstände sowie Gebrauchs- und Verbrauchsgegenstände wie Elektrogeräte, Kleidung und Nahrungsmittel. Auch Wertsachen und Bargeld gehören dazu.

Die Hausratversicherung sichert in der Regel folgende Gefahren ab:

  • Brand
  • Blitzschlag
  • Explosion
  • Leitungswasser
  • Sturm und Hagel
  • Einbruchdiebstahl
  • Raub
  • Vandalismus

Bei Bedarf kann sie um eine weitergehende Elementarschadenversicherung, eine Feuerversicherung oder Glasversicherung erweitert werden.

Die Hausrat-Police übernimmt die Kosten für die Neuanschaffung oder Reparatur der beschädigten oder abhanden gekommenen Gegenstände. Zum Leistungsumfang gehören außerdem die Kostenübernahme für Aufräumarbeiten und Schutzmaßnahmen sowie Unterbringungskosten, falls etwa aufgrund des Schadens eine Hotelübernachtung notwendig wird. Die Berechnung der Versicherungssumme kann pauschal anhand der Quadratmeterzahl erfolgen. Wer wertvollere Möbel und Geräte besitzt, sollte jedoch den Wert jeder Sache besser individuell ermitteln, um eine Unterversicherung zu vermeiden.

Unterschied zwischen Wohngebäude- und Hausratversicherung

Die Wohngebäudeversicherung sichert alles ab, was fest mit der Immobilie verbunden ist. Dazu zählen zum Beispiel auch Badewannen und fest verbaute Einbauküchen. Die Hausratversicherung deckt dagegen die Beschädigung und den Verlust aller mobilen Bestandteile eines Hausrats. Neben Möbeln und Wertsachen können beispielsweise auch Fahrräder mitversichert werden.

Die Mietrechtsschutzversicherung

Rechte und Pflichten des Mieters und Vermieters regelt der Mietvertrag. Dennoch kommt es häufig zum Streit zwischen beiden Parteien. Der Deutsche Mieterbund schätzt, dass jedes Jahr mehr als eine Million Streitigkeiten zwischen Mietern und Vermietern geklärt werden müssen. Auslöser kann zum Beispiel eine fehlerhafte Nebenkostenabrechnung sein oder eine Kündigung aufgrund von Eigenbedarf. Für solche Fälle ist es von Vorteil, wenn der Mieter eine Mietrechtsschutzversicherung abgeschlossen hat.

Die Mietrechtsschutzversicherung übernimmt die Kosten für den eigenen und falls erforderlich auch für den Anwalt der Gegenseite, deckt die Gerichtsgebühren und Auslagen für Zeugen oder Gutachter. Meist ist sie Bestandteil der privaten Rechtsschutzversicherung. Ist das noch nicht der Fall, kann der Mietrechtsschutz auch separat nachversichert werden.

Die private Haftpflichtversicherung

Die private Haftpflichtversicherung ist zwar keine tatsächliche Pflichtversicherung, gehört aber zu den wichtigsten privaten Sachversicherungen. Kommt es zu einem Schaden, haftet der Verursacher nämlich vollumfänglich und mit seinem gesamten Vermögen. Die private Haftpflicht springt in solchen Schadensfällen ein und übernimmt Personen-, Sach- und Vermögensschäden bis zur vereinbarten Deckungssumme.

Wer zahlt bei Doppelversicherung?

In vielen Fällen besteht eine sogenannte Doppelversicherung: Der Vermieter hat eine Wohngebäudeversicherung abgeschlossen, der Mieter eine private Haftpflichtversicherung. Verursacht der Mieter nun einen Schaden, etwa einen Wasserschaden durch eine defekte Waschmaschine, entsteht die Frage, wer für die Kosten aufkommt. Auch bei Doppelversicherung bleibt der Regressverzicht bestehen, das bedeutet, der Vermieter darf den Mieter nicht persönlich in die Haftung nehmen. Stattdessen klären die Versicherungen den Schadensfall unter sich und die Wohngebäudeversicherung kann gegebenenfalls einen Teil des Geldes von der Haftpflichtversicherung des Mieters zurückfordern.

Wann verweigert die Gebäudeversicherungen die Haftung für den Mieter?

Sowohl bei der Wohngebäudeversicherung als auch bei der Hausratversicherung gilt: Grobe Fahrlässigkeit und Vorsatz sind nicht mitversichert. Bei grobem Vorsatz können die Versicherungen die Leistungen stark einschränken oder die Zahlung ganz verweigern. Bei Vorsatz muss der Verursacher selbst für den Schaden aufkommen.

Die private Haftpflicht kommt dagegen für leicht und grob fahrlässig verursachte Schäden auf. Vorsatz ist allerdings auch in der privaten Haftpflicht nicht mitversichert.

Unsere Kunden haben uns bewertet
4.9 von 5 Punkten aus 1 129 Nutzerbewertungen für transparent beraten Beratungsleistung
Vielen Dank!

Ihre Bewertung wurde erfolgreich versendet und wird in den nächsten Tagen freigeschaltet.

×
Ihre Bewertung: Punkte
Bewerten Sie die Beratungsqualität unserer Versicherunsmakler durch das Auswählen einer Stern-Zahl!